Kompetenz für Telemedizin und Medizintechnik

Telemedizin-Projekte

StrokeNet

Neurologische Expertise einer Stroke Unit live im Rettungswagen

Im Rahmen des Forschungsprojektes StrokeNET wurden im Zeitraum von 2005 bis 2008 die technologischen Möglichkeiten von telemedizinischen Systemen zur patientennahen Vordiagnostik des akuten Schlaganfalls im prähospitalen Einsatz untersucht, realisiert und getestet. Federführender Partner dieses Projektes war die Charité-Universitätsmedizin Berlin. In mehreren Rettungsfahrzeugen der Berliner Feuerwehr und Krankentransportfahrzeugen der SMH GmbH wurde prototypisch durch MEYTEC ein neu entwickeltes Telemedizinsystem VIMED® CAR eingebaut, das Video-, Audio- und Datenübertragung in Echtzeit ermöglichte. Ein intelligentes Übertragungsnetzwerk des DAI-Labors der TU Berlin sorgte für den Transfer der Daten über das UMTS-Netz in die Zielklinik. Über eine Bluetooth-Schnittstelle konnten weitere Geräte im Rettungsfahrzeug an das Telemedizinsystem VIMED® CAR angebunden werden.

In der Stroke Unit der Charité im Campus Mitte und im Campus Benjamin Franklin kamen neu entwickelte stationäre Telemedizinsysteme VIMED® DOC zum Einsatz, die vor allem die telemedizinische Arbeit der Neurologen in einer Stroke Unit höchst anwenderfreundlich unterstützen sollten. Zwei Partnerkliniken – Park-Klinik Weißensee und Oberhavel Kliniken Hennigsdorf – erhielten mobile Telemedizinsysteme VIMED® TELEDOC. Die in die Zentren über das UMTS-Mobilfunknetz übertragenen medizinischen Daten konnten auf den stationären Systemen gespeichert und ausgewertet werden. Schließlich ermöglichte eine zentrale Multipoint-Control-Unit eine gleichzeitige Live-Zusammenschaltung von bis zu 8 Videoteilnehmern unter Supervision eines Telemedizinzentrums. Mit dieser neuartigen telemedizinischen Gesamtlösung wurden Videoübertragungen aus dem Rettungswagen in eine Stroke Unit durchgeführt. Die Videokommunikation wurde erstmalig zur audiovisuellen Diagnostik in der Notfallversorgung von Schlaganfallpatienten in RTW eingesetzt. Ein wesentlicher Vorteil der neuen Lösung bestand in der Bestätigung eines Schlaganfallverdachts durch einen erfahrenen Neurologen. Damit konnten schon während der Transportzeit des Patienten alle erforderlichen Maßnahmen zur Diagnostik und Therapie in der Ziel-Stroke Unit eingeleitet werden. Der praktische Test bestätigte sogar die grundsätzlich mögliche Echtzeit-Übertragung während der Fahrt. Der erreichte Zeitgewinn in der Alarm-to-Needle-Zeit sollte zu einem besseren Outcome für den Schlaganfallbetroffenen führen.

Dieses Forschungsprojekt wurde von MEYTEC technisch begleitet, wird aber zum heutigen Zeitpunkt nicht in der Art und Weise so betrieben.

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