Competence for Telemedicine and Medical Technology

Presse Telemedizin / 2018

Berliner Kurier, 31.08.2018
Schnelle medizinische Hilfe aus der Ferne

Spezialisten aus Steglitz sind rund um die Uhr für kleinere Kliniken erreichbar

In Kyritz (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) bemerkt Rentner Bernd K. (62), dass seine rechte Hand taub ist und schlaff herunter hängt. Mit der linken ruft er seinen Sohn an. Doch, es kommen keine Worte aus seinem Mund. Der Sohn lässt einen Rettungswagen kommen. Mit Blaulicht wird K. ins örtliche Krankenhaus gebracht.

Verdacht auf Schlaganfall! Doch im Klinikum Kyritz gibt es keine neurologische Abteilung. Keine Ärzte, die Untersuchung und Therapie durchführen können. Bis vor Kurzem hätte der Patient ins etwa 50 Kilometer entfernte Neuruppin verlegt werden müssen – rund eine Stunde Zeitverlust, Untergang von Millionen Nervenzellen!

Jetzt ruft die Notaufnahmeärztin Dr. Hebun Erdur (39) im Benjamin-Franklin-Klinikum der Charité an. Erdur hat telemedizinischen Dienst, der von Berlin aus rund um die Uhr angeboten wird. Per Videokonferenz untersucht er Bernd K., „Bitte führen Sie beide Arme mit geschlossenen Augen gerade nach vorn, berühren Sie Ihre Nasenspitze…“ Er lässt eine Computertomografie anfertigen. Eine mittelgroße Hirn-Arterie ist verstopft. Erdur ordnet an, gerinnselauflösende Medikamente zu spritzen. „Je früher wir die Therapie beginnen, unter desto weniger neurologischen Spätfolgen leiden die Patienten“, sagt er. Bernd K. ist durch die schnelle Behandlung vollständig genesen. Mit mehr als 1000 Video-Untersuchungen hat das ANNOTeM-Netzwerk (Akutneurologische Versorgung in Nordostdeutschland mit telemedizinischer Unterstützung) Patienten schon geholfen.